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Auf diesen Seiten finden Sie in loser Folge Informationen zur Geschichte unsere Schule und der Berufsausbildung im Altenburger Land. Da es sich um umfangreiches Material handelt, verweisen wir auf für einen kurzen Überblick auf unsere WIKIPEDIA-Seite (Klick hier).

Schulgeschichte: Bauausbildung an der Johann - Friedrich- Pierer- Schule Altenburg

Bauausbildung an der Berufsschule

Eine wichtige Säule der Berufsschule „ Adolf Hennecke“, heute Johann- Friedrich- Pierer- Schule, war die Bauausbildung. Im Zuge der Recherche zu dieser Branche stellte mir ein ehemaliger Kollege, Herr W. Herold, eine bemerkenswerte > Chronik der BBS Lehrbauhof< zur Verfügung. Bemerkenswert ist die Chronik daher, weil sie, von mehreren Autoren handgeschrieben und bebildert, die schweren Anfänge der Lehrerausbildung nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert.

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Schulgeschichte 1990: Zusammenschluss KBS mit Textima

In der ehemaligen DDR bildeten große Firmen in eigenen Betriebsberufsschulen Lehrlinge aus. So geschehen auch in den Nähmaschinenwerken Altenburg, kurz Textima. Nach der Wende 1989 gerieten viele Firmen in eine wirtschaftliche Schieflage, da sie nicht mehr am Markt konkurrenzfähig waren oder traditionelle Absatzmärkte wegbrachen( „Ostblock"), um nur zwei Gründe zu nennen.

Aufgrund dieser Sachlage wurde auch die Betriebsberufsschule der Textima an die damalige Kommunale Berufsschule angegliedert

Hierzu ein paar Ausführungen von Frau Uhlemann, Lehrerin und Stundenplanerin der ehemaligen Textima.

„Nach den Sommerferien 1990 kam ich in die Betriebsberufsschule der Textima Altenburg, um den Stundenplan für das neue Schuljahr zu optimieren. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr ich( zwei Wochen später meine Kollegen), dass das neue Schuljahr nicht mehr in der Textima stattfinden wird. Grund hierfür war die Schließung der Betriebsberufsschule. So erfolgte in der Vorbereitungswoche der Umzug in die Kommunale Berufsschule nach Altenburg Nord. Alle Kollegen und Lehrlinge mussten mit anpacken, um zum ersten Schultag unterrichtsbereit zu sein.

In der KBS in Altenburg-Nord wurden in der dritten Etage Räume zur Verfügung gestellt, welche bis dahin als Abstellkammern dienten. So sahen sie auch aus!

In diesem ersten, neuen Schuljahr in Nord, waren wir Schule in der Schule. Wir kamen mit unseren Kollegen, Schülern und dem fertigen Stundenplan. Dieser Plan musste nun in den Gesamtstundenplan der Berufsschule integriert werden.
Es gab hierfür zwei Verantwortliche: Herrn Werk für Belange des traditionellen Schulteiles Nord; Frau Uhlemann für die Textima –Klassen. Den Stundenplanbau führte ich noch bis 2011 durch.

Das ehemalige Textima- Team bestand aus acht Kollegen. Kurze Zeit später wechselten zwei davon in die Altenburger Lokalpolitik, zwei an andere Schulformen, ein Kollege wurde entlassen, einer orientierte sich in der Wirtschaft neu.

Leider verstarb der Kollege Dieter Müller mit nur 49 Jahren.

Ich (Anmerkung des Autors: B. Uhlemann) werde mich 2014 nach 38 bewegten Jahren in den Vorruhestand begeben. Damit wird dann kein Lehrer der ehemaligen Textima mehr an der Pierer-Schule tätig sein.

1990 brachten wir folgende Ausbildungsformen mit:

    • Zerspanungsmechaniker
    • Maschinen- und Anlagenmechaniker
    • Werkzeugmacher
    • Industriemechaniker
    • Maschinen- und Anlagenmechaniker mit Abitur
    • Dreher

In diesen Ausbildungsformen wurde pro Jahr eine Klasse gebildet. Nach und nach „verschwanden" diese Berufe, sodass heute nur noch Zerspanungsmechaniker ausgebildet werden."

Zuarbeit: A. Klapper; im Interview: Frau Beate Uhlemann

 

Schulchronik

Das Berufliche Schulzentrum für Gewerbe und Technik „Johann Friedrich Pierer“ Altenburg

von Dr. Frank Böhme

Als das Altenburger Berufliche Schulzentrum im Jahre 2000 den denkwürdigen Namen „Johann Friedrich Pierer“ erhielt, konnte es auf eine 175-jährige Bildungstradition zurückschauen.

Bereits am 4. Februar 1818 gründeten Vertreter des Baugewerbes den „Kunst- und Handwerksverein“, der sich die Förderung der regionalen Gewerke auf die Vereinsfahnen geschrieben hatte.

Am 1. Mai 1825 wurde dann die Fortbildungseinrichtung unter dem Namen „ Kunst- und Handwerksschule zu Altenburg“ mit 32 Schülern (im Alter zwischen 13 und 33 Jahren) eröffnet. In Deutschland gab es zu dieser Zeit nur wenige solcher Bildungsstätten und im Herzogtum Sachsen-Altenburg war die Kunst- und Handwerksschule, die sich ab 1865 „Gewerbevereinsschule“ nannte, die erste öffentliche Fortbildungsschule ihrer Art. Bis zur Schließung im Jahre 1920 besuchten ab 1887 zwischen 191 und 270 Schüler jährlich die Altenburger Gewerbevereinsschule. Die 220 Schüler des Jahrganges 1920 nahmen von nun am Unterricht der Städtischen gewerblichen Fortbildungsschule für Knaben teil.

Im Schuljahr 1924/25 wurden an der mittlerweile in “Knabenberufsschule zu Altenburg“ umbenannten Ausbildungsstätte z.B. folgende Berufszweige unterrichtet: Autoschlosser, Büchsenmacher, Dentisten, Elektriker, Friseure, Hutmacher, Kellner, Klempner, Lackierer, Maschinenbauer, Metallarbeiter, Steinbildhauer, Uhrmacher und Zimmerer.

Etwa zwei Jahre nach Gründung der Städtischen gewerblichen Fortbildungsschule für Knaben entstand an der Herzoglichen Gewerbeinspektion die Idee, auch für schulentlassene Mädchen und Frauen jedes Standes einen Fortbildungsschulkurs einzuführen. Allerdings dauerte es dann genau acht Jahre, bis am 1. Oktober 1910 die „Mädchenfortbildungsschule der Haupt- und Residenzstadt Altenburg“ ihren Schulbetrieb aufnehmen konnte. Die Unterrichtsfächer an der Mädchenfortbildungsschule hatten vorzugsweise hauswirtschaftlichen Charakter, u.a. Gesundheitslehre, Wohnungs-, Säuglings- und Krankenpflege, Nahrungsmittellehre, hauswirtschaftliches Rechnen.

Dementsprechend waren die beruflichen Orientierungen der Schülerinnen, z.B. Friseuse, Gartenarbeiterin, Hausangestellte, Papier- und Kartonagenmacherin, Stickerin, Verkäuferin und Zimmermädchen.

Während des II. Weltkrieges war der Berufsschulalltag durch Unterrichtsausfall und Unterrichtskürzungen gekennzeichnet, da die Schulgebäude anderen Zwecken zur Verfügung gestellt werden mussten.

Mit der Bildung von Volkseigenen Betriebe in der DDR veränderten sich auch die Strukturen der beruflichen Schulausbildung. Neben zwei kommunalen gewerblich-technischen Berufsschulen der Stadt Altenburg entstanden in Meuselwitz zwei Betriebsberufsschulen, die der örtlichen Maschinenfabrik und der IMO Merseburg zugeordnet waren und vor allem Facharbeiterberufe ausbildeten, die der technischen Spezifik der jeweiligen Betriebsbranche entsprachen. Dieses Bildungsprinzip traf auch auf die Betriebsberufsschule der Altenburger Nähmaschinenwerke zu, wo innerhalb des TEXTIMA-Kombinates Industrienähmaschinen hergestellt wurden.

Die Zusammenführung dieser fünf Berufsschulen des Altenburger Territoriums war 1991 die Grundlage des zentralen Berufsschulstandortes für Gewerbe und Technik in Altenburg, der 1997 in seiner überregionalen Bedeutung durch die Integration der Fachschule für Papier- und Verpackungstechnik entscheidend gewinnen konnte. Dadurch werden die über 100-jährigen Altenburger Ausbildungstraditionen der Papiererzeugung zum einen und die 75-jährigen Ausbildungstraditionen der Papierverarbeitung zum anderen fortgesetzt.

Neben der berufsbegleitenden Fachschulqualifizierung zum Papiertechniker bietet die Johann-Friedrich-Pierer-Schule auch die studienorientierten Bildungsgänge des Beruflichen Gymnasiums (Datenverarbeitungstechnik und Wirtschaft), der Fachoberschule (Allgemeine Technik) und der Höheren Berufsfachschule (Informatikassistent) an.

In der Berufsfachschule können die Lernenden einen realschulgleichwertigen Abschluss sowie praktische Grundkenntnisse in den Berufsfeldern Metalltechnik und Ernährung/ Hauswirtschaft erreichen.

Das kooperative Zusammenwirken der Johann-Friedrich-Pierer-Schule mit Groß- und mittelständischen Unternehmen stellt in der dualen Ausbildung einen weiteren Schwerpunkt der Berufsschularbeit dar. Hier sind es vor allem die Fachrichtungen der Papier-und Verpackungstechnik, der Gastronomie, der Umwelt- und Textilmaschinentechnik, des Frisörhandwerks sowie der Sanitär-, Heizungs-, Klima-, Kfz-, Metall- und der Elektrotechnik, in denen die Lehrlinge einen anspruchsvollen allgemeinbildenden und fachtheoretischen Unterricht in modernen Labors, in speziellen Werkstätten und in den einzelnen Fachkabinetten erhalten.

Der 2003 eingeweihte attraktive Verbindungsbau zwischen den Schulgebäuden I und III ist ein beeindruckender Beweis dafür, dass das Berufliche Schulzentrum für Gewerbe und Technik „Johann Friedrich Pierer“ in Altenburg mit seinen 1650 Berufsschülern und 72 Berufsschullehrern eine renommierte und anerkannte Bildungseinrichtung ist.

 

 

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